# Getötete Grenzsoldaten an der Berliner Mauer: die acht Toten

> Acht DDR-Grenzsoldaten kamen zwischen 1962 und 1980 im Dienst an der Berliner Mauer ums Leben. Wer sie waren, wie sie starben und wie die DDR ihren Tod nutzte.

Veröffentlicht am 27. September 2026. Webseite: https://victimsofthewall.com/de/artikel/getoetete-grenzsoldaten-an-der-berliner-mauer/

Acht Grenzsoldaten der DDR wurden im Dienst an der Berliner Mauer getötet. Sie starben zwischen April 1962 und November 1980 und zählen zu den mindestens 140 Todesopfern an der Mauer. Nach dem Forschungsprojekt des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und der Gedenkstätte Berliner Mauer kamen sie durch Fahnenflüchtige, durch Kameraden, durch Flüchtlinge, durch einen Fluchthelfer und in einem Fall durch einen Querschläger aus der Waffe eines West-Berliner Polizisten ums Leben.

Die Forscher beschreiben die doppelte Lage dieser Männer: Als Wachposten waren sie Teil des Systems, das die Grenze sichern und Fluchten verhindern sollte, und zugleich den Gefahren ausgesetzt, die dieser Dienst mit sich brachte. Nach ihrem Tod machte die DDR-Propaganda alle bis auf einen zu Helden, oft in Darstellungen, denen die eigenen internen Akten widersprachen.

## Acht von 140: die Grenzsoldaten unter den Mauertoten

Die 2017 vorgelegte Bilanz des Forschungsprojekts unterscheidet unter den 140 Todesopfern drei Gruppen: 101 Flüchtlinge; 30 Menschen aus Ost und West, die nicht fliehen wollten, sowie einen sowjetischen Soldaten; und acht DDR-Grenzsoldaten, die im Dienst getötet wurden. Vier der acht starben am sogenannten Außenring, der Mauer zwischen West-Berlin und Brandenburg, die anderen vier an der innerstädtischen Sektorengrenze. Die vollständige Aufschlüsselung steht im Artikel [Wie viele Menschen starben an der Berliner Mauer?](https://victimsofthewall.com/de/artikel/wie-viele-menschen-starben-an-der-berliner-mauer/)

Die acht Soldaten waren:

- [Jörgen Schmidtchen](https://victimsofthewall.com/victims/schmidtchen-joergen/), 20 Jahre, erschossen am 18. April 1962 am Gleisdreieck Griebnitzsee zwischen Potsdam-Babelsberg und Berlin-Zehlendorf
- [Peter Göring](https://victimsofthewall.com/victims/goering-peter/), 21 Jahre, am 23. Mai 1962 am Spandauer Schifffahrtskanal nahe der Sandkrugbrücke tödlich verletzt
- [Reinhold Huhn](https://victimsofthewall.com/victims/huhn-reinhold/), 20 Jahre, erschossen am 18. Juni 1962 an der Ecke Jerusalemer Straße/Zimmerstraße
- [Günter Seling](https://victimsofthewall.com/victims/seling-guenter/), 22 Jahre, am 29. September 1962 in Teltow-Seehof angeschossen, gestorben am folgenden Tag
- [Siegfried Widera](https://victimsofthewall.com/victims/widera-siegfried/), 22 Jahre, am 23. August 1963 nahe der Massantebrücke niedergeschlagen, gestorben am 8. September 1963
- [Egon Schultz](https://victimsofthewall.com/victims/schultz-egon/), 21 Jahre, erschossen am 5. Oktober 1964 auf dem Hof der Strelitzer Straße 55
- [Rolf Henniger](https://victimsofthewall.com/victims/henniger-rolf/), 26 Jahre, erschossen am 15. November 1968 im Schlosspark Babelsberg
- [Ulrich Steinhauer](https://victimsofthewall.com/victims/steinhauer-ulrich/), 24 Jahre, erschossen am 4. November 1980 bei Schönwalde, gegenüber Eiskeller

## Von Fahnenflüchtigen getötet: Schmidtchen, Henniger und Steinhauer

Drei der Soldaten wurden von bewaffneten Fahnenflüchtigen getötet. Zwei dieser Fahnenflüchtigen wurden ihrerseits erschossen, und beide werden ebenfalls unter den Todesopfern an der Mauer geführt.

**Jörgen Schmidtchen** stammte aus Leipzig; nach DDR-amtlichen Angaben erlernte er nach dem Schulabschluss den Beruf des Galvaniseurs. Mit 19 Jahren verpflichtete er sich zur Deutschen Grenzpolizei. In der Nacht zum 18. April 1962 war er mit einem zweiten Posten am sogenannten „Standort Gleisdreieck“ in Potsdam-Babelsberg eingesetzt. Vor Dienstbeginn hatte man die beiden informiert, dass nach zwei NVA-Angehörigen gefahndet wurde, die mit Schusswaffen aus einer Offiziersschule verschwunden waren. Gegen 2.30 Uhr hörten sie Geräusche, gingen hinaus und trafen auf zwei Uniformierte. Nach der späteren Aussage seines Postens hielt Schmidtchen die beiden für eine Kontrollstreife und ging arglos auf sie zu. Die Schüsse, die ihn trafen, kamen aus der Waffe eines 19-jährigen Offiziersschülers, der nach West-Berlin flüchten wollte; Schmidtchen war vermutlich sofort tot. Sein Posten erwiderte das Feuer, und im folgenden Schusswechsel wurde auch der Offiziersschüler tödlich getroffen. Auch er wird [unter den Todesopfern der Mauer](https://victimsofthewall.com/victims/boehme-peter/) geführt. Der zweite Fahnenflüchtige entkam unverletzt nach West-Berlin. Schmidtchen war der erste Grenzpolizist, der nach dem Mauerbau im Dienst an der Grenze zu West-Berlin ums Leben kam.

**Rolf Henniger** wurde am 30. November 1941 im ostthüringischen Saalfeld geboren und war bei der Deutschen Reichsbahn zum Lokomotivführer ausgebildet worden. Er war frisch verheiratet, als er im November 1967 zum Wehrdienst bei den Grenztruppen einberufen wurde. Am Abend des 15. November 1968 fuhr er seinen Zugführer auf Kontrollstreife durch das Grenzgebiet am Schlosspark Babelsberg. Hinter einem Baum hatte sich ein 21-jähriger Wachtmeister der Volkspolizei versteckt, der mit einer geladenen Maschinenpistole nach West-Berlin flüchten wollte. Als er sich entdeckt sah, eröffnete er das Feuer auf das Fahrzeug. Henniger brach tot hinter dem Lenkrad zusammen; noch während der Schüsse gelangte der Zugführer aus dem Wagen und streckte den Volkspolizisten mit mehreren Feuerstößen nieder. So jedenfalls schildert der Untersuchungsbericht der Staatssicherheit den Ablauf, und die Berliner Staatsanwaltschaft zweifelte diese Darstellung später nicht an. Auch der junge Volkspolizist zählt [zu den Todesopfern der Mauer](https://victimsofthewall.com/victims/koerner-horst/). Der Öffentlichkeit wurden die Einzelheiten damals vorenthalten; erst mit der Öffnung der DDR-Archive und den Ermittlungen zu Beginn der 1990er Jahre kamen die Hintergründe ans Licht. Seiner Biografie zufolge hatte Henniger im engsten Familienkreis offenbar von Fluchtabsichten gesprochen; seine nächsten Angehörigen hüteten vor dem Staat das Familiengeheimnis, dass er wahrscheinlich selbst auf eine Gelegenheit zur Flucht gehofft hatte.

**Ulrich Steinhauer** wurde am 13. März 1956 in Behrenshagen an der Ostsee geboren und wuchs als drittes Kind mit fünf Geschwistern auf. Er hatte Zimmerer gelernt und arbeitete in diesem Beruf. Im November 1979 wurde er zum Wehrdienst eingezogen. Nach der Erinnerung seiner Schwester Ilona wollte er die 18 Monate Wehrdienst ableisten, ohne ein einziges Mal schießen zu müssen. Am 4. November 1980 war er als Postenführer gegenüber dem West-Berliner Ortsteil Eiskeller in Spandau eingesetzt. Sein Posten, der in den Westen flüchten wollte, schoss auf ihn; die tödliche Kugel traf ihn nicht von vorn, sondern durch den Rücken ins Herz. Einen Brief, den er am 2. November an seine Eltern und seine Schwester geschrieben hatte und der mit den Worten „Noch 172 Tage. Warte auf Antwort“ schloss, erhielt die Familie drei Tage nach seinem Tod. Im Herbst 1981 verurteilte die Jugendkammer des Landgerichts Berlin den Fahnenflüchtigen wegen Totschlags. Im Widerstreit zwischen Freiheit und Leben, so das Gericht, habe das Leben Vorrang.

## Von Kameraden erschossen: Seling und Schultz

**Günter Seling**, geboren am 28. April 1940, stammte aus Stahnsdorf bei Berlin und diente seit April 1959 in der Nationalen Volksarmee. Am 29. September 1962 war er als Postenführer einer Kontrollstreife eingesetzt. Gegen 5 Uhr morgens näherte er sich bei dichtem Nebel dem Postenbereich eines 19-jährigen Soldaten, um unangekündigt zu überprüfen, ob sich die Posten vorschriftsgemäß verhielten. Der Soldat lud seine Maschinenpistole durch, offenbar in der Annahme, es komme ein Flüchtling; ein Feuerstoß von vier Schuss verletzte Seling schwer am Kopf. Die überlieferten DDR-Berichte schildern den Vorgang unterschiedlich: Nach dem einen löste sich der Feuerstoß unbeabsichtigt, der andere legt nahe, dass der Posten ohne Anruf und ohne Warnschuss gezielt schoss. Seling starb am frühen Morgen des 30. September. Seine Biografie folgert daraus, der Druck, keinen sogenannten Grenzdurchbruch zuzulassen und ihn notfalls mit Waffengewalt zu verhindern, sei derart groß gewesen, dass Posten im Zweifel sogar auf eigene Kameraden feuerten.

**Egon Schultz** wurde 1943 in Pommern geboren und kam mit sieben Jahren mit seiner Familie aus Polen in die DDR; er wuchs bei Rostock und ab 1957 in Rostock selbst auf. Er ließ sich am Institut für Lehrerbildung in Putbus zum Unterstufenlehrer ausbilden und übernahm am 1. September 1963 eine erste Klasse. Kurz nach Schuljahresbeginn wurde er zur NVA einberufen. Am 4. Oktober 1964 forderte gegen Mitternacht ein MfS-Offizier Grenzsoldaten zur Unterstützung an: In der Strelitzer Straße 55 sollten verdächtige Personen kontrolliert und festgenommen werden. Auf dem Hof des Hauses endete ein 145 Meter langer Tunnel, den West-Berliner Studenten gegraben hatten und der nach der Zahl der Flüchtlinge als „Tunnel 57“ berühmt wurde. Im dunklen Hof traf ein Fluchthelfer Schultz mit einem Lungensteckschuss. Die tödlichen Schüsse aber kamen aus der Kalaschnikow eines Kameraden, der auf Weisung des MfS-Offiziers in den Hof schoss und Schultz versehentlich traf. Was die Ost-Berliner Untersuchungen ergaben, blieb streng geheim; das MfS ließ sogar die Obduktionsunterlagen aus der Charité verschwinden, um den Hergang zu verschleiern.

## Bei Fluchten getötet: Huhn, Widera und Göring

**Reinhold Huhn** war das jüngste Kind einer Bauernfamilie aus dem ostpreußischen Braunsberg. Nach der Vertreibung fand die Familie in Adorf im Vogtland eine neue Bleibe; er lernte später den Beruf des Rinderzüchters. Am 18. Juni 1962 stand er an der Ecke Jerusalemer Straße/Zimmerstraße Posten und erhielt den Auftrag, einen Mann mit zwei Frauen und zwei Kindern zu kontrollieren. Die Gruppe war auf dem Weg zu einem Tunnel in den Westen. Der Mann lebte seit dem Mauerbau in West-Berlin, getrennt von seiner Familie, und wollte sie nun zu sich holen; er zog eine Pistole und schoss Huhn aus nächster Nähe in die Brust. Das Landgericht Berlin sprach ihn im April 1999 des Totschlags schuldig und verhängte ein Jahr Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Im Jahr 2000 sprach ihn der Bundesgerichtshof des Mordes schuldig, beließ es aber beim ursprünglichen Strafmaß. Die Entscheidung, so Huhns Biografie, ist bis heute umstritten.

**Siegfried Widera**, 1941 in Schlesien geboren, war von Beruf Dreher. Am Abend des 23. August 1963 stand er mit einem zweiten Posten an der Massantebrücke zwischen Treptow und Neukölln. Drei Arbeiter eines volkseigenen Betriebs, der am Ufer Grabungsarbeiten ausführte, hatten dadurch Zugang zum Grenzgebiet; sie schlugen die beiden Grenzer nieder und erreichten West-Berlin. Widera erlitt einen Schädelbasisbruch und starb am 8. September. Erst wenige Wochen vor seinem Tod hatte er geheiratet, und seine Witwe erwartete ein Kind. Einer der Flüchtlinge gab später zu Protokoll: „Es ist ein großes Unglück für mich zu hören, dass durch mein Zutun ein junger Mensch gestorben sein soll.“ Die westdeutschen Ermittlungen gegen die drei wurden im April 1969 eingestellt.

**Peter Göring** wurde im Dezember 1940 geboren. Nach der offiziellen DDR-Version seiner Lebensgeschichte, die seine Biografie als schemenhaft beschreibt, stammte er aus Dresden, verlor seinen Vater im Krieg und wuchs in einem Kinderheim auf. Am 23. Mai 1962 eröffneten Grenzposten das Feuer auf einen 14-jährigen Schüler aus Erfurt, der das westliche Ufer des Spandauer Schifffahrtskanals erreichen wollte, und West-Berliner Polizisten gaben dem Jungen Feuerschutz. Göring wurde von einem Querschläger tödlich getroffen. Die DDR sprach von Mord. Ihre eigenen, unter Verschluss gehaltenen Militär- und Justizakten belegen jedoch, dass Göring entgegen dem ausdrücklichen Befehl seines Postenführers den Wachturm verlassen hatte und selbst gezielt auf den Flüchtenden schoss, als er getroffen wurde. Der Regierende Bürgermeister Willy Brandt bedauerte in einer Rundfunkansprache den Tod des Grenzpolizisten; die Schuld an seinem Schicksal, sagte er, liege bei denen, die die Mauer errichtet hätten.

## Wie die DDR den Tod der Grenzsoldaten nutzte

Mit Ausnahme von Günter Seling wurden die acht von der DDR-Propaganda zu Helden stilisiert. Für Seling wurde zwar eine Beisetzung „mit allen militärischen Ehren“ angeordnet, öffentlich gedacht wurde seiner in der DDR aber nicht; die Umstände seines Todes ließen dies der Führung, so seine Biografie, offenbar nicht opportun erscheinen.

Für die anderen richtete der Staat Trauerfeiern und Beisetzungen aus, die meisten mit militärischen Ehren; die Feiern für Reinhold Huhn und Egon Schultz waren als politische Demonstrationen angelegt, und Rolf Hennigers Beisetzung begleitete großer propagandistischer Aufwand. Schmidtchen, Göring, Widera, Henniger und Steinhauer wurden nach ihrem Tod zum Unteroffizier befördert, Schmidtchen schon am Tag danach. Straßen, Schulen und andere Einrichtungen erhielten die Namen mehrerer der Toten; allein nach Egon Schultz wurden mehr als einhundert Kollektive, Schulen und Institutionen benannt, und die Strelitzer Straße hieß ab 1966 Egon-Schultz-Straße. Die Schützenstraße nahe dem Ort, an dem Reinhold Huhn starb, wurde 1966 in Reinhold-Huhn-Straße umbenannt, und in den 1970er Jahren baute man seinen Todesort zur zentralen Gedenkstätte für die im Dienst an der Mauer getöteten Grenzsoldaten aus.

Hinter der öffentlichen Darstellung fielen die internen Urteile oft anders aus. Der Kommandeur von Schmidtchens Grenzbrigade kam zu dem Schluss, dieser habe sich zu unvorsichtig verhalten. Der Abschlussbericht der Grenztruppen-Führung hielt fest, Widera und sein Posten hätten befehlswidrig gehandelt und sich allzu vertrauensselig verhalten. Die Wahrheit über den Tod von Egon Schultz wurde verschleiert, und Hennigers Angehörigen verschwieg man, dass ihn ein Volkspolizist erschossen hatte. Manche Familien hatten kaum mitzureden: Bei Hennigers Beerdigung wurde der Familie alles aus der Hand genommen, und über Steinhauers Trauerfeier entschieden die Behörden. Seine Schwester Ilona sagte später: „Man hat ihn uns ein zweites Mal genommen, als er zum Helden stilisiert wurde.“

## Was die Forschung später herausfand

Vieles davon kam erst mit der Öffnung der DDR-Archive und den Ermittlungen der 1990er Jahre ans Licht. Nach dem Ende der DDR verschwanden die Gedenkzeichen für Reinhold Huhn aus dem öffentlichen Raum, und aus der Reinhold-Huhn-Straße wurde wieder die Schützenstraße. An der Strelitzer Straße 55 würdigt heute eine neue Gedenktafel, angebracht auf Initiative einiger Fluchthelfer und eines Freundes, Egon Schultz als Maueropfer. Erinnerungsstelen für Jörgen Schmidtchen, Günter Seling und Rolf Henniger stehen am Griebnitzsee und am Teltowkanal; mehr dazu unter [Gedenkorte für die Mauertoten](https://victimsofthewall.com/de/artikel/gedenkorte-fuer-die-mauertoten/).

Im Westen, schreiben die Forscher, war die öffentliche Meinung geteilt: Konnten Flüchtlinge gegenüber Grenzsoldaten ein Notwehrrecht beanspruchen, oder hatte im Widerstreit zwischen Freiheit und Leben das Leben auch eines Grenzsoldaten Vorrang, wie das Landgericht Berlin im Fall Ulrich Steinhauers befand? Ihre biografische Darstellung verstehen sie als Versuch, den Todesopfern „ein Gesicht und eine Geschichte zu geben“ und die getöteten Grenzsoldaten der Vereinnahmung durch das SED-Regime zu entziehen.

Welche Vorschriften für die Grenzsoldaten selbst galten, erklärt der Artikel [Schießbefehl an der Berliner Mauer](https://victimsofthewall.com/de/artikel/schiessbefehl-an-der-berliner-mauer/). Die Strafverfahren nach 1990 behandelt der Artikel [Mauerschützenprozesse](https://victimsofthewall.com/de/artikel/mauerschuetzenprozesse/).

## Fragen und Antworten

**Wie viele Grenzsoldaten starben an der Berliner Mauer?**

Acht DDR-Grenzsoldaten wurden im Dienst an der Berliner Mauer getötet. Sie gehören zu den mindestens 140 Todesopfern an der Mauer zwischen 1961 und 1989.

**Wer war der erste getötete Grenzsoldat an der Berliner Mauer?**

Jörgen Schmidtchen wurde in der Nacht zum 18. April 1962 am Gleisdreieck Griebnitzsee von einem fahnenflüchtigen Offiziersschüler erschossen. Er war der erste Grenzpolizist, der nach dem Mauerbau im Dienst an der Grenze zu West-Berlin ums Leben kam.

**Wer war der letzte an der Mauer getötete Grenzsoldat?**

Ulrich Steinhauer wurde am 4. November 1980 bei Schönwalde, gegenüber Eiskeller, von seinem eigenen Posten erschossen, der in den Westen flüchten wollte. Er war 24 Jahre alt.

**Wurden Grenzsoldaten von den eigenen Kameraden erschossen?**

Ja. Günter Seling wurde bei dichtem Nebel von einem Kameraden angeschossen, der ihn für einen Flüchtling hielt, und die tödlichen Schüsse auf Egon Schultz kamen aus der Kalaschnikow eines Kameraden. Drei weitere Grenzsoldaten wurden von bewaffneten Fahnenflüchtigen getötet.

**Wie nutzte die DDR den Tod ihrer Grenzsoldaten?**

Mit Ausnahme von Günter Seling stilisierte die DDR-Propaganda die Toten zu Helden; Straßen, Schulen und andere Einrichtungen wurden nach mehreren von ihnen benannt. Was interne Untersuchungen über die Todesumstände ergaben, hielt sie in mehreren Fällen geheim.

## Quellen

1. Hertle/Nooke, Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961–1989. Bilanz eines Forschungsprojekts (Stand August 2017): https://www.stiftung-berliner-mauer.de/sites/default/files/media/standorte/sbm/historischer%20ort/themen/2017_08_08_hertle_nooke_berliner_mauer_todesopfer.pdf
2. Chronik der Mauer: Jörgen Schmidtchen: https://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/171423/schmidtchen-joergen
3. Chronik der Mauer: Peter Böhme: https://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/171421/boehme-peter
4. Chronik der Mauer: Peter Göring: https://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/171430/goering-peter
5. Chronik der Mauer: Reinhold Huhn: https://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/171426/huhn-reinhold
6. Chronik der Mauer: Günter Seling: https://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/171432/seling-guenter
7. Chronik der Mauer: Siegfried Widera: https://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/171410/widera-siegfried
8. Chronik der Mauer: Egon Schultz: https://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/171403/schultz-egon
9. Chronik der Mauer: Rolf Henniger: https://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/171364/henniger-rolf
10. Chronik der Mauer: Horst Körner: https://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/171365/koerner-horst
11. Chronik der Mauer: Ulrich Steinhauer: https://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/171329/steinhauer-ulrich

Zitiervorschlag: „Getötete Grenzsoldaten an der Berliner Mauer: die acht Toten“, Todesopfer an der Berliner Mauer, Berlin Experiences. https://victimsofthewall.com/de/artikel/getoetete-grenzsoldaten-an-der-berliner-mauer/
