# Wie viele Menschen starben an der Berliner Mauer?

> Mindestens 140 Todesopfer an der Berliner Mauer 1961–1989: 101 Flüchtlinge, 30 Menschen ohne Fluchtabsicht, ein sowjetischer Soldat und acht DDR-Grenzsoldaten.

Veröffentlicht am 27. September 2026. Webseite: https://victimsofthewall.com/de/artikel/wie-viele-menschen-starben-an-der-berliner-mauer/

Von 1961 bis 1989 verloren an der Berliner Mauer mindestens 140 Menschen ihr Leben. Unter ihnen waren 101 Flüchtlinge, 30 Menschen aus Ost und West ohne Fluchtabsichten, ein sowjetischer Soldat sowie acht DDR-Grenzsoldaten, die im Dienst getötet wurden. Die Zahl stammt aus einem gemeinsamen Forschungsprojekt des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) und der Stiftung Berliner Mauer; Hans-Hermann Hertle und Maria Nooke haben die Ergebnisse in einer Bilanz zusammengefasst. Dieser Artikel folgt deren Fassung vom August 2017 (erste Fassung: Juli 2011).

Dieselben Recherchen ergaben, dass an den Berliner Grenzübergängen außerdem mindestens 251 Reisende starben, die meisten von ihnen ältere Menschen, sei es vor, bei oder nach der Kontrolle. Sie gehören nicht zu den 140 und werden weiter unten gesondert behandelt. Alle 140 Mauertoten haben auf dieser Website ein eigenes Profil in der [Liste der Todesopfer](https://victimsofthewall.com/victims/).

## Frühere Angaben zur Zahl der Mauertoten

Als das Projekt 2005 begann, lag der Mauerbau 44 Jahre zurück, die Öffnung der DDR-Archive 15 Jahre; trotzdem gab es keine gesicherten Angaben darüber, wie viele Menschen an der Mauer gestorben waren. Die Zahlen, die im Umlauf waren, gingen weit auseinander, je nachdem, auf welcher Grundlage, zu welchem Zweck und wann gezählt worden war. Die Zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen in Salzgitter kam auf 78 Tote, die Staatsanwaltschaft Berlin auf 86, der Polizeipräsident in Berlin auf 92, die Zentrale Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität auf 122 und die Arbeitsgemeinschaft 13. August auf mehr als 200. Über viele Tote wusste man kaum etwas: oft weder den Namen noch die Lebensgeschichte noch die Umstände ihres Todes.

## Wie die DDR Todesfälle verschleierte

Die DDR versuchte, Todesfälle an der Mauer zu verschleiern, auch wenn viele davon der Öffentlichkeit und den Angehörigen trotzdem bekannt wurden. Damit Schüsse an der Mauer möglichst geheim blieben, war die Bearbeitung der sogenannten Leichenvorgänge an der Grenze zu West-Berlin dem Ministerium für Staatssicherheit übertragen. In mehr als 30 Fällen wurden Angehörige zwar über den Tod informiert, die genauen Umstände nannte man ihnen aber meist nicht. Entweder mussten sie sich verpflichten, darüber zu schweigen oder anderen gegenüber die Unwahrheit zu sagen, oder man nannte ihnen eine falsche Todesursache. In mindestens elf Fällen bestätigten die Behörden den Tod nicht einmal auf Nachfrage oder stritten ihn ab und hielten den Namen des Toten geheim, obwohl die Stasi wusste, um wen es sich handelte. Zu diesen Fällen gehört [Roland Hoff](https://victimsofthewall.com/victims/hoff-roland/), der im August 1961 im Teltowkanal erschossen wurde: Die DDR-Behörden hatten ihn längst identifiziert, hielten seinen Namen aber jahrzehntelang sogar vor seiner Familie geheim.

## Wie die 140 Todesopfer ermittelt wurden

Zunächst mussten die Forscher festlegen, wer als Todesopfer an der Berliner Mauer gilt. Maßgeblich ist entweder ein Fluchthintergrund oder ein zeitlicher und räumlicher Zusammenhang zwischen dem Tod und dem Grenzregime. Ob jemand durch Waffengewalt oder bei einem Unfall in den Sperranlagen starb, spielt dabei keine Rolle; ebenso wenig, ob der Tod sofort im Todesstreifen oder im Grenzgebiet eintrat oder erst Stunden, Tage, Wochen oder Monate später im Krankenhaus. [Herbert Mende](https://victimsofthewall.com/victims/mende-herbert/) starb sogar Jahre danach: Er wurde am 8. Juli 1962 an der Glienicker Brücke angeschossen und erlag am 10. März 1968 den Folgen seiner Verletzungen. Damit zählen auch Todesfälle, die bei der Strafverfolgung von Gewalttaten an der Grenze außen vor blieben, denn diese befasste sich nur mit Fällen, in denen eine „Fremdeinwirkung“ nachweisbar war.

Zwischen 2005 und 2009 recherchierte das Team insgesamt 576 Todes- und Verdachtsfälle. Erstmals konnten dafür die Verfahrensakten der Berliner und Neuruppiner Staatsanwaltschaften ausgewertet werden: mehr als 150 Ermittlungs- und über 70 Vorermittlungsakten. Im Archiv der Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU) fanden sich Unterlagen zu mehr als 100 Todes- und Verdachtsfällen, im Bundesarchiv-Militärarchiv wurden in den Akten des Ministeriums für Nationale Verteidigung, der Grenztruppen und der Militärstaatsanwaltschaft rund 300 Fälle recherchiert. Außerdem suchte das Team den Kontakt zu Angehörigen und Freunden der Toten, was in mehr als 70 Fällen gelang.

Die Einzelfallprüfung führte unter anderem zu diesen Ergebnissen:

- **Mindestens 140** Menschen sind nachweislich Todesopfer an der Berliner Mauer.
- **24 Fälle** ließen sich nicht zuordnen: 16 Todesfälle, bei denen die überlieferten Akten weder eine Zuordnung noch einen Ausschluss erlaubten, allesamt Wasserleichen unbekannter Identität, und acht Fälle, zu denen sich in den Archiven überhaupt keine Unterlagen fanden.
- **164 Verdachtsfälle** wurden ausgeschlossen, weil weder ein Fluchthintergrund noch ein Zusammenhang mit dem Grenzregime bestand oder weil es sich gar nicht um Todesfälle handelte. Darunter waren etwa Flüchtlinge, die trotz schwerer Schussverletzungen überlebt hatten.

Nach dem Ende des Projekts 2009 wurde weiteren Verdachtsfällen nachgegangen; vier Menschen wurden daraufhin als Todesopfer aufgenommen: [Peter Grohganz](https://victimsofthewall.com/victims/grohganz-peter/), [Czesław Jan Kukuczka](https://victimsofthewall.com/victims/kukuczka-czesaw-jan/), [Wladimir Iwanowitsch Odinzow](https://victimsofthewall.com/victims/odintsov-vladimir-ivanovich/) und [Hans-Joachim Zock](https://victimsofthewall.com/victims/zock-hans-joachim/). Die Studie spricht von „mindestens 140“ Todesopfern; die 24 Fälle, die weder bestätigt noch ausgeschlossen werden konnten, sind darin nicht enthalten.

## Wer die 140 Mauertoten waren

### 101 Flüchtlinge

Von den 101 Flüchtlingen wurden 68 erschossen. 30 verunglückten bei ihrem Fluchtversuch tödlich, unter ihnen Menschen, die in der Bernauer Straße zu Tode stürzten, und andere, die in den Berliner Grenzgewässern ertranken. Drei nahmen sich das Leben, nachdem ihr Fluchtversuch gescheitert war. Bis auf zwei polnische Staatsbürger waren alle Flüchtlinge Bürger der DDR, zehn von ihnen Fahnenflüchtige. Acht der 101 waren Frauen.

Die große Mehrheit der Flüchtlinge kam aus Ost-Berlin und dem Berliner Umland. Wer von ihnen in der ersten Zeit nach dem Mauerbau zu fliehen versuchte, gehörte nach den Befunden der Forscher meist zur Kriegs- und Nachkriegsgeneration, die die offene Grenze noch als Kinder und Jugendliche erlebt hatte. Die späteren Fluchtopfer waren dagegen überwiegend in der DDR aufgewachsen und hatten die offene Grenze nicht mehr bewusst erlebt.

### 30 Menschen ohne Fluchtabsichten und ein sowjetischer Soldat

Die zweite Gruppe umfasst 30 Menschen aus Ost und West, die ohne Fluchtabsicht erschossen wurden oder tödlich verunglückten, und einen sowjetischen Soldaten. 22 dieser 31 Todesfälle betreffen Einwohner und Besucher West-Berlins. 15 von ihnen wurden erschossen, darunter Fluchthelfer; sieben verunglückten tödlich, unter ihnen fünf Kinder, die am Kreuzberger Gröbenufer spielten, dabei in die Spree fielen und nicht gerettet werden konnten (siehe [Kinder als Todesopfer an der Berliner Mauer](https://victimsofthewall.com/de/artikel/kinder-als-todesopfer-an-der-berliner-mauer/)). Hinzu kommen acht DDR-Bürger, die im Grenzgebiet erschossen wurden, ohne dass sie fliehen wollten. Auch beim erst 18-jährigen sowjetischen Soldaten Wladimir Iwanowitsch Odinzow gibt es laut Studie kein Anzeichen dafür, dass er fliehen wollte: Volkspolizisten, die in unmittelbarer Nähe des Grenzgebiets nach einem gesuchten Soldaten fahndeten, hielten ihn für einen Fahnenflüchtigen, und einer von ihnen erschoss ihn.

### Acht getötete Grenzsoldaten

Die dritte Gruppe bilden acht DDR-Grenzsoldaten, die im Dienst getötet wurden: durch Fahnenflüchtige, durch Kameraden, durch Flüchtlinge, durch einen Fluchthelfer und in einem Fall durch einen Querschläger aus der Waffe eines West-Berliner Polizisten. Mit Ausnahme von Günter Seling stellte die DDR-Propaganda sie als Helden dar. Ihre Geschichten behandelt der Artikel [Getötete Grenzsoldaten an der Berliner Mauer](https://victimsofthewall.com/de/artikel/getoetete-grenzsoldaten-an-der-berliner-mauer/).

## Wo die Todesopfer starben

Etwa zwei Drittel der Mauertoten starben an der Sektorengrenze mitten in der Stadt, zwischen Ost- und West-Berlin; die Tabelle der Studie verzeichnet dort 93 Todesopfer. Die übrigen 47 Menschen kamen am sogenannten Außenring ums Leben, der Mauer zwischen West-Berlin und dem brandenburgischen Umland: 34 Flüchtlinge, acht Menschen ohne Fluchtabsichten aus Ost und West, der sowjetische Soldat und vier Grenzsoldaten.

## Wann die Menschen an der Mauer starben

Laut Studie entfällt etwa die Hälfte der 140 Todesopfer auf die ersten fünf Jahre der Mauer; rechnet man 1966 hinzu, sind es knapp 60 Prozent. Im Jahr des Mauerbaus 1961 starben zwölf Menschen, 1962 waren es 22, so viele wie in keinem anderen Jahr. Als Erste starb [Ida Siekmann](https://victimsofthewall.com/victims/siekmann-ida/) am 22. August 1961, zwei Tage später wurde [Günter Litfin](https://victimsofthewall.com/victims/litfin-guenter/) als erster Mensch an der Mauer erschossen (siehe [Die ersten Todesopfer der Berliner Mauer](https://victimsofthewall.com/de/artikel/erste-todesopfer-der-berliner-mauer/)).

Die Forscher sehen zwei Einschnitte. Seit 1967 ging die Zahl der Toten deutlich zurück, vor allem wegen der 1966 begonnenen technischen Modernisierung der Grenze, der sogenannten „modernen Grenze“. Ein zweiter Einschnitt ist ab 1976 zu erkennen: Von 1961 bis 1975 starben 120 Menschen im Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime (85,7 Prozent aller Todesopfer), im fast ebenso langen Zeitraum von 1976 bis 1989 waren es 20 (14,3 Prozent). Die Studie führt das in erster Linie auf die weitere technische Perfektionierung der Sperranlagen zurück, etwa den elektronischen „Grenzsignalzaun 74“ und die „Grenzmauer-75“, sowie auf eine verstärkte Überwachung bereits im Vorfeld der Mauer. Als weiteren Grund nennt sie den Abschluss der KSZE-Konferenz in Helsinki im August 1975: Danach versuchten insgesamt weniger Menschen, die Sperranlagen zu überwinden, und mehr stellten stattdessen einen Antrag auf Ausreise, der ein geringeres Risiko bedeutete. In den Jahren 1976, 1978, 1985 und 1988 verzeichnet die Tabelle der Studie keinen einzigen Todesfall.

Die letzten Todesfälle gab es 1989. [Chris Gueffroy](https://victimsofthewall.com/victims/gueffroy-chris/) wurde am 5. Februar 1989 erschossen; seine Biografie bezeichnet die Schüsse auf ihn und seinen Begleiter als „die letzten Todesschüsse an der Berliner Mauer“. [Winfried Freudenberg](https://victimsofthewall.com/victims/freudenberg-winfried/) verunglückte am 8. März 1989 beim Absturz mit einem Ballon in Berlin-Zehlendorf tödlich. Er starb acht Monate und einen Tag, bevor die Mauer fiel, und war, so seine Biografie, „ihr letztes Todesopfer in Berlin“ (siehe [Die letzten Todesopfer der Berliner Mauer](https://victimsofthewall.com/de/artikel/letzte-todesopfer-der-berliner-mauer/)).

## Mindestens 251 Todesfälle von Reisenden an Berliner Grenzübergängen

Getrennt von den 140 nennt die Studie mindestens 251 überwiegend ältere Reisende aus Ost und West, die an Berliner Grenzübergängen starben, sei es vor, bei oder nach der Kontrolle, zumeist an einem Herzinfarkt. Allein am Grenzübergang im Bahnhof Friedrichstraße kamen mindestens 227 Menschen ums Leben: 164 DDR-Bürger, 40 West-Berliner, 20 Bundesbürger, ein Bürger der ČSSR und zwei DDR-Bürger, die nach bewilligter Ausreise in die Bundesrepublik den Übergang passieren wollten.

Wo genau und unter welchen Umständen diese Menschen starben, lässt sich den Quellen meist nicht entnehmen; oft ist nicht einmal bekannt, ob der Tod vor, während oder nach der Kontrolle eintrat oder etwa bei einer Vernehmung. „Nicht jeder Todesfall“ müsse daher „zwangsläufig in Zusammenhang mit dem Grenzregime stehen“, schreiben die Forscher. Zugleich halten sie fest, dass sich die vielen Todesfälle unter Reisenden an den Grenzübergängen nicht losgelöst von Mauer und Grenzregime betrachten lassen, und sehen hier weiteren Forschungsbedarf.

## Und die innerdeutsche Grenze?

Die 140 betreffen allein die Berliner Mauer. Eine eigene Studie des Forschungsverbunds SED-Staat an der Freien Universität Berlin, 2017 vorgestellt, kam nach Überprüfung von 1.492 Verdachtsfällen auf 327 Todesfälle durch das Grenzregime an der DDR-Westgrenze zwischen 1949 und 1989. Diese Studie zählt anders: Sie beginnt schon 1949, lange vor dem Mauerbau, und schließt zum Beispiel auch 44 Selbsttötungen von Grenzpolizisten und Grenzsoldaten mit dienstlichem Hintergrund ein, außerdem Menschen, die im Grenzgebiet festgenommen und in Moskau hingerichtet wurden. Nach Angaben der Universität entsprechen 262 der 327 Todesfälle Fallgruppen, die mit den Kategorien des Berliner Handbuchs übereinstimmen. Die Hinrichtungen rechnet die Universität den Opfern zu, weil die Betroffenen sämtlich im Grenzraum festgenommen worden waren und die Urteile mit dem Grenzdienst oder mit Fluchten begründet wurden. Für die Aufnahme der Selbsttötungen waren nach den Worten von Projektleiter Jochen Staadt „Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang des jeweiligen Todesfalls mit dem dienstlichen Alltag und den damit verbundenen Zwangslagen und Gewissensnöten“ maßgeblich.

Diese Zählweise ist umstritten. In einer 2019 im *Deutschland Archiv* der Bundeszentrale für politische Bildung erschienenen Buchkritik bemängelte der Historiker Michael Kubina die Aufnahme von Suiziden von Grenzern und von in Moskau hingerichteten Menschen. Kritisch sah er auch die Zählung der Todesfälle vor dem Mauerbau, bei denen es sich nach seiner Auswertung überwiegend nicht um Fluchtfälle handelte. Was ein „kausaler Zusammenhang“ mit dem DDR-Grenzregime sei, hätten die Autoren „sehr weit gefasst, deutlich weiter als Hertle/Nooke“. Die 327 Todesfälle betreffen die Grenze zwischen der Lübecker Bucht und der damaligen Tschechoslowakei, nicht Berlin, und beide Studien bestimmen ihre Opfer nicht auf dieselbe Weise.

## Erinnerung an die 140 Mauertoten

Die Forscher haben zu jedem der 140 Todesopfer eine Biografie verfasst. Ihr erklärtes Ziel war es, den Toten „ein Gesicht und eine Geschichte zu geben“ und sie dem von der SED verordneten Vergessen zu entziehen, im Fall der getöteten Grenzsoldaten der Vereinnahmung durch das Regime. Diese Biografien sind die Grundlage der Profile auf dieser Website. Orte in Berlin, an denen an die Mauertoten erinnert wird, stellt der Artikel [Gedenkorte für die Mauertoten](https://victimsofthewall.com/de/artikel/gedenkorte-fuer-die-mauertoten/) vor; erhaltene Teile der Mauer selbst verzeichnet [Where Is the Wall](https://whereisthewall.com).

## Fragen und Antworten

**Wie viele Menschen starben an der Berliner Mauer?**

Von 1961 bis 1989 verloren an der Berliner Mauer mindestens 140 Menschen ihr Leben. So lautet das Ergebnis eines Forschungsprojekts des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und der Stiftung Berliner Mauer (Stand August 2017).

**Wer waren die 140 Todesopfer an der Berliner Mauer?**

101 waren Flüchtlinge, die erschossen wurden, tödlich verunglückten oder sich nach einem gescheiterten Fluchtversuch das Leben nahmen. 31 bilden die Gruppe der Menschen ohne Fluchtabsichten: 30 Menschen aus Ost und West und ein sowjetischer Soldat, bei dem es laut Studie kein Anzeichen für eine Fluchtabsicht gibt. Acht waren DDR-Grenzsoldaten, die im Dienst getötet wurden.

**Wie viele Menschen wurden an der Berliner Mauer erschossen?**

Von den 101 Flüchtlingen wurden laut Studie 68 erschossen. Von den 30 Menschen ohne Fluchtabsichten wurden 15 Einwohner und Besucher West-Berlins und acht DDR-Bürger erschossen, außerdem der sowjetische Soldat. Die acht getöteten Grenzsoldaten sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

**Zählen die mindestens 251 an Berliner Grenzübergängen gestorbenen Reisenden zu den 140 Mauertoten?**

Nein. Mindestens 251 überwiegend ältere Reisende starben an Berliner Grenzübergängen, sei es vor, bei oder nach der Kontrolle, meist an einem Herzinfarkt. Sie werden getrennt von den 140 aufgeführt. Genauer Todesort und Todesumstände gehen aus den Quellen meist nicht hervor; nach den Forschern muss daher nicht jeder dieser Todesfälle mit dem Grenzregime zusammenhängen.

**Warum gab es früher so unterschiedliche Zahlen zu den Mauertoten?**

Vor Beginn des Projekts im Jahr 2005 reichten die Angaben von 78 bis zu mehr als 200 Toten, je nachdem, auf welcher Grundlage, zu welchem Zweck und wann gezählt worden war. Über viele Tote wusste man kaum etwas, oft nicht einmal den Namen.

## Quellen

1. Hertle/Nooke, Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961–1989. Ergebnisse eines Forschungsprojektes (August 2017): https://www.stiftung-berliner-mauer.de/sites/default/files/media/standorte/sbm/historischer%20ort/themen/2017_08_08_hertle_nooke_berliner_mauer_todesopfer.pdf
2. Chronik der Mauer: Todesopfer: https://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/
3. Chronik der Mauer: Herbert Mende: https://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/171367/mende-herbert
4. Chronik der Mauer: Roland Hoff: https://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/171444/hoff-roland
5. Chronik der Mauer: Ida Siekmann: https://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/171438/siekmann-ida
6. Chronik der Mauer: Günter Litfin: https://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/171441/litfin-guenter
7. Chronik der Mauer: Wladimir Iwanowitsch Odinzow: https://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/183814/wladimir-iwanowitsch-odinzow
8. Chronik der Mauer: Chris Gueffroy: https://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/171315/gueffroy-chris
9. Chronik der Mauer: Winfried Freudenberg: https://www.chronik-der-mauer.de/todesopfer/171316/freudenberg-winfried
10. Freie Universität Berlin, Pressemitteilung Nr. 155/2017 zur Studie über die Todesopfer des DDR-Grenzregimes an der innerdeutschen Grenze: https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2017/fup_17_155-studie-opfer-des-ddr-grenzregimes/index.html
11. Michael Kubina, Wer war Opfer des Grenzregimes? Eine andere Sicht, Deutschland Archiv (bpb), 2019: https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/295024/wer-war-opfer-des-grenzregimes-eine-andere-sicht/

Zitiervorschlag: „Wie viele Menschen starben an der Berliner Mauer?“, Todesopfer an der Berliner Mauer, Berlin Experiences. https://victimsofthewall.com/de/artikel/wie-viele-menschen-starben-an-der-berliner-mauer/
