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Wer war das letzte Todesopfer der Berliner Mauer?

Chris Gueffroy wurde am 5. Februar 1989 als Letzter an der Berliner Mauer erschossen. Winfried Freudenberg stürzte am 8. März 1989 mit seinem Ballon tödlich ab.

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A tall rust-coloured stele with an engraved inscription naming Chris Gueffroy stands on a round cobbled base with yellow flowers at its foot; a canal and industrial buildings lie behind.
Memorial column for Chris Gueffroy on the Britzer Verbindungskanal (called the Britzer Zweigkanal until 1994) in Berlin-Baumschulenweg, 2016 Photo: OTFW, Berlin, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der letzte Mensch, der an der Berliner Mauer erschossen wurde, war Chris Gueffroy: Der 20-jährige Kellner starb am späten Abend des 5. Februar 1989 in Treptow an der Grenze zu Neukölln, die dort am Britzer Zweigkanal verlief. Das letzte Todesopfer der Mauer überhaupt war Winfried Freudenberg, der am 8. März 1989 mit seinem selbst gebauten Gasballon im West-Berliner Bezirk Zehlendorf abstürzte – genau acht Monate und einen Tag, bevor die Mauer fiel.

Die beiden gehören zu den drei Menschen, die im letzten Jahr der Mauer an ihr ums Leben kamen. Als Erster starb in jenem Jahr, am 13. Januar, Ingolf Diederichs. Dieser Artikel erzählt ihre Geschichten und die der Menschen, die Mitte und Ende der achtziger Jahre an der Mauer starben. Er stützt sich auf die Biografien, die das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und die Stiftung Berliner Mauer erarbeitet haben. Die Gesamtzahlen erläutert unser Artikel Wie viele Menschen starben an der Berliner Mauer?

Weniger Mauertote in den späten Jahren – aber kein Ende der Schüsse

Das Forschungsprojekt, das die Zahl von 140 Todesopfern ermittelt hat, beschreibt einen deutlichen Rückgang über die Jahrzehnte. Für die eineinhalb Jahrzehnte von 1961 bis 1975 zählt die Studie 120 Tote, für die knapp gleich lange Spanne von 1976 bis 1989 noch 20. Als Hauptursache nennen die Forscher, dass die Sperranlagen technisch immer weiter ausgebaut und schon das Gelände vor der Mauer noch schärfer überwacht wurde. Eine Rolle spielte nach ihrer Einschätzung auch das Ende der Helsinki-Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) im August 1975: Seitdem wagten insgesamt weniger Menschen die Flucht über die Sperranlagen, während die Zahl der weniger gefährlichen Ausreiseanträge stieg.

Die Jahrestabelle der Studie verzeichnet für 1984 ein Todesopfer, für 1985 keines, für 1986 vier, für 1987 eines, für 1988 keines und für 1989 drei. Hinter jeder dieser Zahlen steht ein Mensch.

Die Todesopfer von 1984 bis 1987

Michael Schmidt, ein in Bernau bei Berlin geborener 20-jähriger Zimmermann, war am 1. Dezember 1984 gegen 3.15 Uhr morgens an der Pankower Schulzestraße bereits an der letzten Mauer hinaufgeklettert und hielt sich mit einem Arm oben fest, als ihn Schüsse trafen. Fast eine Stunde lang blieb er ohne medizinische Versorgung; gegen 6.20 Uhr starb er im Volkspolizei-Krankenhaus in Berlin-Mitte. Ein Gutachten von 1991 kam zu dem Schluss, dass er „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ überlebt hätte, wäre er schnell in ein Krankenhaus gebracht und dort sofort chirurgisch versorgt worden.

1986 starben vier Menschen an der Mauer. Rainer Liebeke, Taxifahrer und Lizenzrennfahrer im Motorradsport aus Gotha, ertrank am 3. September 1986, kurz vor seinem 35. Geburtstag, im Sacrower See bei dem Versuch, gemeinsam mit einem Freund nach West-Berlin zu fliehen. Der Freund kam unverletzt in West-Berlin an.

Am frühen Morgen des 21. November 1986 rasten Manfred Mäder und René Gross, zwei Kraftfahrer, die beide einen Ausreiseantrag gestellt hatten, mit einem entwendeten Lkw vom Typ W 50 auf die Grenze zwischen Treptow und Neukölln zu. Mit dem Lastwagen durchstießen sie ein Tor in der Hinterlandsicherungsmauer und danach den Signalzaun. Grenzsoldaten auf zwei Wachtürmen und weitere, die herbeiliefen, schossen ohne Unterbrechung auf die beiden; keiner von ihnen überlebte. Noch am Tag der Schüsse erhielten die beteiligten Grenzsoldaten Auszeichnungen. Erst fast 18 Jahre danach stand der Schütze, dessen Kugel Manfred Mäder getötet hatte, vor dem Berliner Landgericht; es wertete die Tat als Totschlag in einem „minder schweren Fall“ und verhängte zehn Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung. Welcher Soldat René Gross getroffen hatte, blieb ungeklärt.

Nur drei Tage später, am 24. November 1986, wurde Michael Bittner in Glienicke/Nordbahn erschossen; er war an der letzten Mauer schon so weit hinaufgestiegen, dass er ihre Krone mit den Händen erreichen konnte. Der 25-jährige Maurer war in Berlin-Pankow aufgewachsen und hatte seit 1984 mit Ausreiseanträgen versucht, die DDR zu verlassen; 1986 war erneut ein Antrag gescheitert. Am 28. November 1986 ließ die Staatssicherheit den Toten nach der Obduktion in Bad Saarow abholen. Seine Biografie hält fest, dass sich seine Spur von da an verliert.

Am 12. Februar 1987 versuchte Lutz Schmidt, der mit seiner Frau Karin zwei Kinder großzog und in seinem Verein einst als großes Radsporttalent gegolten hatte, bei dichtem Nebel nahe der Rheingoldstraße zusammen mit einem Arbeitskollegen über die Mauer zu gelangen. Der Kollege kam hinüber; Lutz Schmidt wurde im Todesstreifen erschossen. Seine Frau und sein Vater sollten nach dem Willen der Staatssicherheit verschweigen, wie er gestorben war, und Angehörigen wie Bekannten stattdessen einen tödlichen Verkehrsunfall vorgeben. 1995 verurteilte das Landgericht Berlin die beiden Todesschützen wegen gemeinschaftlichen Totschlags zu je zwei Jahren Jugend- beziehungsweise Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Ingolf Diederichs: 13. Januar 1989

Der gebürtige Wismarer Ingolf Diederichs, Jahrgang 1964, machte nach der Schule eine Ausbildung zum Instandhaltungsmechaniker. Im September 1986 begann er an der Technischen Universität Dresden ein Studium der Berufspädagogik, wurde aber später exmatrikuliert. Am 13. Januar 1989 fuhr er am frühen Abend von Pankow aus mit der S-Bahn Richtung Schönhauser Allee; bei sich hatte er eine hölzerne Klappleiter, die er selbst gezimmert hatte. Die Strecke führte so nah an West-Berlin vorbei wie damals keine andere: Nahe der Bornholmer Straße lagen zwischen den Zügen und dem Westen nur gut 20 Meter. Gegen 18.30 Uhr sprang er dicht am Grenzübergang Bornholmer Straße aus dem fahrenden Zug und wurde dabei tödlich verletzt. Er war 24 Jahre alt.

Seine Beweggründe sind nicht überliefert. Die Staatssicherheit stellte den Fluchtversuch als bloßen Unfall dar; den Angehörigen sollte nur mitgeteilt werden, er sei beim Sturz aus einem fahrenden S-Bahn-Zug gestorben. Ob jemand anderes seinen Tod verschuldet hatte, prüfte die Berliner Staatsanwaltschaft ab Ende August 1994 in Vorermittlungen. Sie wurden nach einem Monat beendet, weil es keine stichhaltigen Hinweise auf eine Fremdeinwirkung gab.

Chris Gueffroy: der letzte Mauertote durch Schüsse

Wer er war

Chris Gueffroy, Jahrgang 1968, stammte aus Pasewalk, wo er am 21. Juni zur Welt kam; als er fünf war, zog seine Mutter mit ihm nach Berlin. Schon als Drittklässler fiel er Talentsuchern des DDR-Sports als Turner auf und wechselte auf die Sportschule des FC Dynamo Berlin, eine sogenannte Kinder- und Jugendsportschule. Weil er nach der Schule nicht Berufsoffizier bei der Nationalen Volksarmee werden wollte, ließ man ihn nicht zum Abitur zu – und damit zerschlug sich sein Wunsch, Schauspieler oder Pilot zu werden. Im September 1985 begann er eine Kellnerlehre im Flughafen-Restaurant Schönefeld und arbeitete anschließend in verschiedenen Gaststätten.

Anfang 1989 erfuhr er, dass er im Mai seinen Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee antreten sollte. Gemeinsam mit seinem Freund Christian G. fasste er Mitte Januar den Entschluss, aus der DDR fortzugehen. Von Freunden hatten sie gehört, der Schießbefehl sei ausgesetzt, und sie konnten sich nicht vorstellen, dass während des Staatsbesuchs des schwedischen Ministerpräsidenten auf Flüchtlinge geschossen würde. Beides erwies sich als Irrtum: Der Schießbefehl galt weiterhin, und der Ministerpräsident war bereits wieder aus Ost-Berlin abgereist.

Der 5. Februar 1989

Mehr als eine Stunde lang beobachteten die beiden Freunde aus einem Geräteschuppen in der Treptower Kleingartenkolonie „Harmonie“ das Grenzgebiet; gegen 23.30 Uhr machten sie sich auf den Weg zu den Grenzanlagen am Britzer Zweigkanal. Sie überstiegen unbemerkt die Hinterlandmauer und lösten beim Durchkriechen des Signalzauns Alarm aus. Am letzten Zaun gerieten sie nacheinander unter das Feuer zweier Postenpaare. Chris Gueffroy wurde tödlich getroffen und starb innerhalb weniger Minuten. Christian G. überlebte verwundet und kam in Haft; ein DDR-Gericht gab ihm im Mai 1989 drei Jahre Gefängnis. Mitte Oktober 1989 kam er durch einen Freikauf der Bundesregierung in den Westen.

Zwei Tage danach erfuhr seine Mutter von einem Freund ihres Sohnes von dessen Fluchtplan. Die Staatssicherheit holte sie noch am selben Abend ab; dass ihr Sohn nicht mehr lebte, erfuhr sie erst während der stundenlangen Vernehmungen, die folgten. Die DDR-Behörden versuchten, seinen Tod zu verheimlichen. Sein Bruder konnte dennoch eine Todesanzeige unterbringen, die am 21. Februar 1989 in der „Berliner Zeitung“ erschien; westliche Medien verknüpften sie mit den Schüssen an der Grenze. Am 23. Februar 1989 wurde Chris Gueffroy auf dem Friedhof Baumschulenweg beigesetzt; weit über hundert Menschen begleiteten ihn, beobachtet von der Staatssicherheit.

Was folgte

Seine Biografie beschreibt, wie die tödlichen Schüsse die SED-Führung im Frühjahr 1989 in die politische Isolation zu treiben drohten: Immer neue Proteste und diplomatische Schritte richteten sich gegen den Schießbefehl. Unter diesem Druck ordnete Erich Honecker an, den Schießbefehl nicht mehr anzuwenden – einen Befehl, dessen Existenz die DDR offiziell immer geleugnet hatte. Nach Angaben des Bundesarchivs erfolgte diese Weisung mündlich. Eine Niederschrift der Stasi-Hauptabteilung I vom 12. April 1989 hält fest, dass die Grenztruppen am 3. April 1989 gegen 19 Uhr mündlich angewiesen wurden, die Schusswaffe zur Verhinderung von Grenzdurchbrüchen nicht mehr einzusetzen; erlaubt blieb sie nur, wenn das eigene Leben bedroht war. Die Schüsse vom 5. Februar waren seiner Biografie zufolge die letzten tödlichen an der Berliner Mauer. Mehr über die Befehle steht in unserem Artikel über den Schießbefehl an der Berliner Mauer.

Nach dem Fall der Mauer erstattete seine Mutter Karin Gueffroy am 12. Januar 1990 Strafanzeige gegen Unbekannt. Vier ehemalige Grenzsoldaten klagte die Berliner Staatsanwaltschaft am 27. Mai 1991 an. Es war das erste von zahlreichen Strafverfahren wegen der Toten an der Mauer, die sich gegen Schützen wie gegen ihre Vorgesetzten richteten. Am 20. Januar 1992 verurteilte das Landgericht Berlin den Soldaten, der den tödlichen Schuss abgegeben hatte, wegen Totschlags zu drei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe; die übrigen Angeklagten erhielten Bewährungsstrafen oder wurden freigesprochen. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil am 25. März 1993 auf. In der neuen Verhandlung verurteilte das Landgericht Berlin den Schützen am 14. März 1994 zu zwei Jahren Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die weitere Geschichte der Verfahren schildert unser Artikel über die Mauerschützenprozesse.

Zu seinem 35. Geburtstag wurde 2003 am Britzer Zweigkanal eine Gedenksäule für Chris Gueffroy errichtet, und am 13. August 2010 wurde die Britzer Allee in Chris-Gueffroy-Allee umbenannt.

Winfried Freudenberg: das letzte Todesopfer der Mauer

Winfried Freudenberg, Jahrgang 1956, stammte aus Osterwieck im Harz, wo er am 29. August geboren wurde, und wuchs in Lüttgenrode auf, ganz nah an der innerdeutschen Grenze. Er lernte Elektriker, erwarb das Abitur später in Abendkursen und studierte dann in Ilmenau Informationstechnik; das Studium beendete er mit dem Diplom als Elektronikingenieur. Im Herbst 1988 heiratete er Sabine; kennengelernt hatten sie sich während seines Studiums in einem Studentenklub, und sie wurde später Diplomchemikerin. Beruflich sahen beide in der DDR für sich keine Zukunft.

Um an Erdgas für eine Flucht mit einem Gasballon zu gelangen, nahm er eine Stelle im Bereich Gasversorgung eines Energiekombinats an, und das Paar zog in eine Wohnung in Prenzlauer Berg. Ab Januar 1989 fertigten die beiden dort aus Bahnen von Polyäthylenfolie eine 13 Meter hohe Ballonhülle. Den passenden Wind, eine mäßige Brise aus Nordost, brachte erst der Abend des 7. März. Sie schafften den Ballon zu einer Reglerstation der Gasversorgung beim S-Bahnhof Blankenburg, und etwa um Mitternacht fing er an, Erdgas in die Hülle zu leiten.

Ein junger Mann auf dem Heimweg sah den Ballon und alarmierte die Volkspolizei. Kurz nach zwei Uhr hielt ein Streifenwagen vor der Station. Die beiden fürchteten, das Gas im Ballon reiche noch nicht für zwei, und entschieden, dass er allein aufsteigen sollte. Mit nur einem Passagier stieg der Ballon viel schneller und höher als berechnet. Winfried Freudenberg hatte mit gut einer halben Stunde Flugzeit gerechnet; stattdessen trieb er mehrere Stunden lang hoch über der Stadt. Gegen 7.30 Uhr stürzte er über Zehlendorf ab, nur wenige hundert Meter bevor er bei Kleinmachnow wieder über DDR-Gebiet geflogen wäre, und schlug im Garten einer Villa auf. Er war sofort tot, im Alter von 32 Jahren.

Als Sabine Freudenberg am frühen Morgen in die gemeinsame Wohnung zurückkam, wartete dort schon die Staatssicherheit; sie wurde festgenommen, und gegen sie lief nun ein Verfahren wegen „versuchten Grenzdurchbruchs“. Sie wurde zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt und am 27. Oktober 1989 amnestiert. An seiner Beisetzung am 24. April 1989 in Lüttgenrode nahmen viele Menschen teil; die Staatssicherheit überwachte sie verdeckt. Nach seiner Biografie ist er der letzte Mensch, der in Berlin an der Mauer ums Leben kam. Fluchten unter, über und durch die Mauer sind bei Berlin Wall Escapes dokumentiert.

Eine Gedenkstele für ihn wurde 2012 am Erdmann-Graeser-Weg in Zehlendorf enthüllt, nicht weit von der Stelle, an der er abstürzte.

Wie die Angehörigen belogen wurden

Auch in den letzten Jahren der Mauer versuchte der DDR-Staat, Todesfälle an der Grenze zu verheimlichen. Die Studie zählt mehr als 30 Fälle, in denen Familien zwar vom Tod erfuhren, aber schweigen oder Dritten gegenüber lügen mussten oder über die Todesursache getäuscht wurden. Unter den Angehörigen, die den Tod nach außen als „Verkehrsunfall“ ausgeben mussten, nennt sie zuletzt die Witwe und die Eltern von Lutz Schmidt. Sie zitiert zudem einen Stasi-Bericht zum Tod von Michael Bittner: „Die politische Sensibilität der Staatsgrenze zu Berlin (West) machte die Verschleierung des Vorkommnisses notwendig.“ Bei Michael Bittner ging die Staatssicherheit so weit, in der Pankower Meldekartei eine angebliche Ausreise in die Bundesrepublik am 9. Dezember 1986 vermerken zu lassen. Was diese Familien erlebten, schildern die einzelnen Biografien; wo heute an die Toten erinnert wird, zeigt unser Überblick über die Gedenkorte für die Mauertoten.

Fragen und Antworten

Wer wurde als Letzter an der Berliner Mauer erschossen?
Chris Gueffroy, 20 Jahre alt und Kellner von Beruf. Grenzsoldaten erschossen ihn am späten Abend des 5. Februar 1989, als er in Treptow über die Grenzanlagen am Britzer Zweigkanal fliehen wollte. Seiner Biografie zufolge fielen an der Berliner Mauer danach keine tödlichen Schüsse mehr.
Wer war das letzte Todesopfer der Berliner Mauer?
Winfried Freudenberg, ein Diplom-Elektronikingenieur, starb am 8. März 1989, als er mit seinem selbst gebauten Gasballon über dem West-Berliner Bezirk Zehlendorf abstürzte. Seine Biografie nennt ihn das letzte Todesopfer der Mauer in Berlin.
Wie viele Menschen starben 1989 an der Berliner Mauer?
Drei: Ingolf Diederichs am 13. Januar, Chris Gueffroy am 5. Februar und Winfried Freudenberg am 8. März 1989.
Wurde der Todesschütze von Chris Gueffroy verurteilt?
Ja. 1992 erhielt er vom Landgericht Berlin wegen Totschlags dreieinhalb Jahre Freiheitsstrafe. Nachdem der Bundesgerichtshof das Urteil aufgehoben hatte, erhielt er 1994 in einer neuen Verhandlung zwei Jahre Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Quellen

  1. Hertle/Nooke, Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961–1989. Bilanz eines Forschungsprojekts (Stand August 2017)
  2. Chronik der Mauer: Chris Gueffroy
  3. Chronik der Mauer: Winfried Freudenberg
  4. Chronik der Mauer: Ingolf Diederichs
  5. Chronik der Mauer: Lutz Schmidt
  6. Chronik der Mauer: Michael Bittner
  7. Chronik der Mauer: René Gross
  8. Chronik der Mauer: Manfred Mäder
  9. Chronik der Mauer: Rainer Liebeke
  10. Chronik der Mauer: Michael Schmidt
  11. Bundesarchiv: April 1989 – Aufhebung des Schießbefehls und Differenzen mit dem KGB
  12. Chronik der Mauer: Zur Aufhebung des Schießbefehls, 12. April 1989

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Zitiervorschlag

„Wer war das letzte Todesopfer der Berliner Mauer?“, Todesopfer an der Berliner Mauer, Berlin Experiences. https://victimsofthewall.com/de/artikel/letzte-todesopfer-der-berliner-mauer/

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