Wer waren die ersten Todesopfer der Berliner Mauer?
Ida Siekmann starb am 22. August 1961 als erstes Todesopfer der Berliner Mauer, Günter Litfin wurde als Erster erschossen. 1961 starben dort zwölf Menschen.
Das erste Todesopfer der Berliner Mauer war Ida Siekmann: Sie sprang am 22. August 1961, neun Tage nach der Abriegelung der Grenze, aus dem Fenster ihrer Wohnung im dritten Stock in der Bernauer Straße. Als erster Mensch an der Mauer erschossen wurde zwei Tage später, am 24. August 1961, Günter Litfin im Humboldthafen. Bis zum Jahresende 1961 starben zwölf Menschen an der Mauer.
Ihr Tod fiel in die ersten Wochen und Monate nach dem 13. August 1961, als die SED-Führung die Sektorengrenze vollständig abriegeln ließ. In den ersten Tagen war die Grenze noch nicht vollständig kontrolliert, und vielen Ost-Berlinern gelang die Flucht. Nach den Befunden der Forscher, die die Zahl von 140 Todesopfern ermittelt haben, stammten die meisten Flüchtlinge, die in der ersten Zeit nach dem Mauerbau bei einem Fluchtversuch ums Leben kamen, aus der Kriegs- und Nachkriegsgeneration: Sie hatten die offene Grenze als Kinder und Jugendliche selbst erlebt, und viele hatten Verwandte im Westen oder gehörten vor dem Mauerbau zu den sogenannten Grenzgängern, die im Osten wohnten und im Westen arbeiteten.
Die ersten Todesfälle in der Bernauer Straße
Die Bernauer Straße gehörte zu den ersten Orten, an denen die neue Grenze Menschenleben kostete. Die Wohnhäuser auf ihrer Südseite lagen im Ost-Berliner Bezirk Mitte, doch wer aus der Haustür trat, stand bereits auf dem Gehsteig des West-Berliner Bezirks Wedding. Nach dem 13. August flohen viele Bewohner aus diesen Grenzhäusern, anfangs noch einfach durch die Haustür. Ab dem 18. August wurden Haustüren zum West-Berliner Gehweg zugenagelt oder vermauert; in diese Häuser gelangte man dann nur noch über neue Zugänge von den Höfen aus, und Posten von Betriebskampfgruppen und Polizei überwachten Flure und Treppen. Viele Bewohner sprangen aus den Fenstern oder seilten sich ab, während die West-Berliner Feuerwehr unten mit Sprungtüchern bereitstand.
Rudolf Urban
Rudolf Urban, ein 47-jähriger Kraftfahrer, wohnte mit seiner Frau in der Bernauer Straße 1, dem Haus, in dem er geboren worden war. Seine Frau drängte nach ihren späteren Worten vom ersten Tag an zur Flucht, er zögerte. Den Ausschlag gab nach ihrer Erinnerung der Abend des 18. August, als die Haustür zur West-Berliner Seite zugenagelt wurde: „Als sie die Haustür zugenagelt haben, da ist er umgeschwenkt und hat gesagt: ‚Jetzt gehen wir.‘“ Am nächsten Tag, dem 19. August 1961, wollten sich die beiden an einem Seil aus dem Fenster ihrer Wohnung im ersten Stock auf die Straße hinunterlassen. Beide verloren den Halt und mussten mit Verletzungen an Händen und Füßen ins Lazarus-Krankenhaus gebracht werden. Rudolf Urban hatte sich das Fersenbein zertrümmert und blieb in dem West-Berliner Krankenhaus. Dort erkrankte er an einer Lungenentzündung und starb am 17. September 1961. Er hatte sich also drei Tage vor Ida Siekmanns Sprung verletzt, starb aber fast vier Wochen nach ihr.
Ida Siekmann
Ida Siekmann wurde am 23. August 1902 in Gorken geboren, einem Dorf im Kreis Marienwerder in Westpreußen, das heute in Polen liegt. Die alleinstehende Frau wohnte in der Bernauer Straße 48; ihre Schwester wohnte nur ein paar Straßen weiter, aber im Westteil der Stadt. Am 21. August wurde auch die Tür ihres Hauses verbarrikadiert. Früh am nächsten Morgen warf sie Bettzeug und andere Sachen aus ihrem Fenster im dritten Stock und sprang hinterher, noch ehe die West-Berliner Feuerwehr mit einem Sprungtuch helfen konnte. Sie verletzte sich schwer und starb noch auf dem Weg in das nahe Lazarus-Krankenhaus, einen Tag vor ihrem 59. Geburtstag. In West-Berlin löste ihr Tod eine Welle der Empörung aus. Die offizielle Trauerfeier am 29. August auf dem Städtischen Friedhof an der Seestraße im Wedding fand unter großer Anteilnahme der West-Berliner statt.
Olga Segler
Olga Segler war 80 Jahre alt und wohnte in der Bernauer Straße 34; ihre Tochter lebte nicht weit entfernt in West-Berlin. Am 24. September begann eine groß angelegte Räumungsaktion: 2.000 Menschen sollten ihre Wohnungen aufgeben, die meisten unfreiwillig. Am Abend des 25. September sprang Olga Segler aus dem Fenster ihrer Wohnung im zweiten Stock, während ihre Tochter unten auf dem Gehweg wartete. Feuerwehrleute fingen sie mit dem Sprungtuch auf, doch sie zog sich eine Rückenverletzung zu und wurde ins Lazarus-Krankenhaus gebracht. Dort starb sie einen Tag später, am 26. September 1961, an einem Herzleiden; tödlich wurde es durch die Aufregung der Flucht.
Bernd Lünser
Bernd Lünser, 22 Jahre alt, war bei seiner Mutter in Friedrichshain aufgewachsen und studierte an der Staatlichen Ingenieurschule für Bauwesen in Berlin-Neukölln, als die Grenze geschlossen wurde. Nach Angaben seines Vaters war er fest entschlossen, sein Studium in West-Berlin zu beenden. Am Abend des 4. Oktober 1961 stieg er in der Swinemünder Straße auf ein Dach. Er wollte über die Dächer zum Eckhaus an der Bernauer Straße gelangen und sich mit einer Wäscheleine auf die Straße hinunterlassen, doch zwei Grenzposten entdeckten ihn. Auf dem Dach des Hauses Bernauer Straße 44 rang einer der Verfolger mit ihm; Bernd Lünser riss sich los und sprang. Er landete wenige Meter neben dem Sprungtuch der Feuerwehr und war sofort tot. Während der Verfolgung kam es zum ersten Schusswechsel an der Berliner Mauer. Nach Angaben der West-Berliner Polizei schossen ihre Beamten erst zurück, als Kugeln von Ost-Berliner Seite Polizisten, Feuerwehrleute und Anwohner gefährdeten; Ost-Berliner Polizei- und Stasi-Berichte behaupteten dagegen, die West-Berliner Polizei habe das Feuer eröffnet, ohne dass Grenzposten in Richtung Westen geschossen hätten. Der genaue Ablauf ließ sich auch bei den Ermittlungen, die 1990 gegen die beteiligten Grenzposten aufgenommen wurden, nicht klären.
Günter Litfin: der erste Mensch, der an der Mauer erschossen wurde
Günter Litfin wurde am 19. Januar 1937 in Berlin geboren und wuchs in Weißensee auf. Nach einer Schneiderlehre arbeitete er in einem West-Berliner Maßatelier und träumte davon, Theaterschneider zu werden. Er hatte sich bereits eine Wohnung in Charlottenburg genommen, doch nach dem Tod des Vaters im Mai 1961 fühlte er sich, wie sich sein Bruder Jürgen erinnert, besonders verpflichtet, der Mutter beizustehen, und schob den Umzug hinaus. Der Mauerbau machte diese Pläne zunichte.
Am 24. August 1961, kurz nach 16 Uhr, versuchte er, von Ost- nach West-Berlin zu gelangen. Laut Berichten der Ost-Berliner Volkspolizei gelangte er vom Charité-Gelände über eine Grundstücksmauer ans Spreeufer, wo ihn Angehörige der Transportpolizei bemerkten. Von der Eisenbahnbrücke aus riefen sie ihm zu, er solle stehen bleiben, und gaben Warnschüsse ab. Als er in den Humboldthafen sprang, schossen sie auf ihn. Kurz vor dem West-Berliner Ufer traf ihn eine Kugel tödlich in den Hinterkopf. Drei Stunden später zogen Ost-Berliner Feuerwehrleute seine Leiche aus dem Wasser; auf der West-Berliner Seite sahen Hunderte Menschen zu, wie der Tote weggebracht wurde. In Ost-Berliner Presseberichten erschien er als Person, die wegen verbrecherischer Handlungen verfolgt worden sei. Mitarbeiter der Staatssicherheit schikanierten die Familie: Sein Bruder wurde festgenommen und eine Nacht lang verhört, die Wohnung der Mutter durchsucht. Dass er erschossen worden war, erfuhren die Angehörigen erst durch eine Meldung der West-Berliner „Abendschau“ vom 26. August.
1997 sprach das Landgericht Berlin zwei Männer, die damals auf ihn geschossen hatten, des gemeinschaftlich begangenen Totschlags schuldig. Sie erhielten Freiheitsstrafen von einem Jahr beziehungsweise anderthalb Jahren, beide zur Bewährung ausgesetzt. Nahe der Stelle seines Fluchtversuchs steht am Kapelle-Ufer in Berlin-Mitte ein Gedenkstein für ihn; seine Biografie nennt ihn das erste Opfer des Schießbefehls in Berlin. Auf Initiative seines Bruders Jürgen wird in einer ehemaligen Führungsstelle der Grenztruppen am Spandauer Schifffahrtskanal, die zur Gedenkstätte umgewidmet wurde, an ihn erinnert; der frühere Wachturm gehört seit 2017 zur Stiftung Berliner Mauer. Im Jahr 2000 wurde in Weißensee eine Straße nach ihm benannt.
Roland Hoff im Teltowkanal
Fünf Tage später, am 29. August 1961, wurde Roland Hoff zum dritten Todesopfer der Mauer. Er war am 19. März 1934 in Hannover geboren worden, im Juni 1961 in die DDR übergesiedelt und schrieb seiner Mutter bald, dass er über eine Rückkehr in den Westen nachdenke. Nach dem Mauerbau soll er sich in seinem Betrieb offen gegen die Grenzschließung ausgesprochen haben und wurde entlassen. In Teltow muss es ihm nach einem Potsdamer Volkspolizeibericht gelungen sein, sich unter die Bauarbeiter zu mischen, die am Kanalufer Rodungsarbeiten ausführten. Gegen 14 Uhr sprang er in den Teltowkanal und schwamm auf das Ufer im West-Berliner Lichterfelde zu. „Nicht schießen! Bitte nicht schießen!“, rief er, als die ersten Schüsse fielen. Vier Grenzpolizisten feuerten dennoch weiter auf ihn, bis ihn ein Schuss in den Kopf tötete und er im Kanal versank.
Die DDR-Behörden wussten längst, wer der Tote war, hielten seinen Namen aber jahrzehntelang sogar vor seiner Familie geheim. Die „Berliner Morgenpost“ berichtete vom Tod eines unbekannten Flüchtlings, und ein Jahr später enthüllte man am West-Berliner Ufer einen Gedenkstein, der dem unbekannten Flüchtling gewidmet ist und bis heute steht. Erst nach der Öffnung der DDR-Archive stellte sich heraus, dass der Tote Roland Hoff war. Nach dem Fall der Mauer standen drei der ehemaligen Grenzer vor Gericht; wer den tödlichen Schuss abgegeben hatte, ließ sich nicht klären.
Herbst und Winter 1961: Tod in Flüssen und Kanälen
Von Oktober bis Dezember 1961 endeten die meisten tödlichen Fluchtversuche in Berliner Gewässern.
- Udo Düllick, 25 Jahre alt und Ingenieur bei der Reichsbahn, wollte am späten Abend des 5. Oktober 1961 nahe der Oberbaumbrücke durch die Spree schwimmen. Grenzposten auf der Brücke schossen auf ihn, die Wasserschutzpolizei verfolgte ihn mit einem Boot. Kurz vor dem West-Berliner Ufer versank er. Sein Körper wies keine Schussverletzungen auf; nach dem Ergebnis der Obduktion war er infolge der Verfolgungsjagd vor Erschöpfung ertrunken. Zu einer Trauerfeier für den damals noch unbekannten Toten kamen am 7. Oktober 2.500 Menschen ans Kreuzberger Gröbenufer.
- Werner Probst, 25, stieg am Abend des 14. Oktober 1961 unterhalb der Schillingbrücke in die Spree. Grenzposten eröffneten das Feuer auf den Schwimmer. Er kam, bereits an Oberschenkel und Schläfe verwundet, bis zur Leiter an der West-Berliner Kaimauer; beim Hochklettern traf ihn ein tödlicher Schuss. Im Mai 1995 sprach das Landgericht Berlin drei ehemalige Grenzposten des gemeinschaftlichen Totschlags schuldig.
- Lothar Lehmann, 19, hatte im September 1961 seinen Wehrdienst begonnen und war einer Einheit der Bereitschaftspolizei an der Grenze zugeteilt. Am 26. November 1961 sollte er am Sacrower Havelufer Boote ausbessern; gegen Abend stieg er mit einer Schwimmweste in den Fluss, um ans West-Berliner Ufer zu schwimmen. Das kalte Wasser löste offenbar einen Kälteschock aus, er verlor das Bewusstsein und starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Behörden verlangten von den Eltern, über den Fluchtversuch zu schweigen; bei der Beerdigung durfte deshalb nur von einem Unglück gesprochen werden.
- Ingo Krüger, 21, gelernter Koch und Sporttaucher, war mit einer Frau aus West-Berlin verlobt. Am späten Abend des 10. Dezember 1961 stieg er im Taucheranzug in die Spree. Seine Verlobte sah vom West-Berliner Ufer aus, wie Angehörige des DDR-Zolls einen Körper aus dem Wasser zogen; nach Meldungen der Ost-Berliner Grenzpolizei wurde er an der Marschallbrücke tot geborgen. Ob er am 10. oder am 11. Dezember starb, ist nach den Unterlagen unterschiedlich überliefert. Auch wie er ums Leben kam, ist nicht abschließend geklärt: Nach Untersuchungen des MfS soll sein Atemgerät versagt haben; Ermittlungen in den 1990er Jahren kamen dagegen zu dem Schluss, dass er infolge eines Kälteschocks tödlich verunglückte.
- Georg Feldhahn, 20, war Grenzpolizist und verschwand am 19. Dezember 1961 von seinem Streifenposten nahe der Massantebrücke am Teltowkanal, als er Fahnenflucht begehen wollte. Er ertrank im Kanal; als Todestag ist der 19. Dezember 1961 verzeichnet. Seine Leiche wurde am 11. März 1962 im Kanal gefunden, und selbst seine Schwester erfuhr erst in den 1990er Jahren von seinem Tod.
Dieter Wohlfahrt, der Fluchthelfer
Einer der zwölf, die 1961 starben, wollte nicht selbst fliehen. Dieter Wohlfahrt, 20 Jahre alt und Chemiestudent an der Technischen Universität in West-Berlin, war österreichischer Staatsbürger und konnte die Grenze weiterhin passieren. Er schloss sich einer studentischen Fluchthilfegruppe an. Am 9. Dezember 1961 machten er und ein Freund sich an der Ecke Bergstraße/Hauptstraße in Staaken mit Bolzenschneider und Zange am Stacheldraht zu schaffen: Sie wollten die Mutter einer jungen Frau herüberholen, die kurz zuvor an derselben Stelle geflüchtet war. Nach der Erinnerung seines Begleiters rief jemand „Halt! Grenzpolizei!“, und schon fielen Schüsse. Dieter Wohlfahrt lag regungslos auf DDR-Gebiet, fünf oder sechs Meter von der Grenzlinie. Bald trafen West-Berliner Polizisten und britische Militärpolizisten ein; die Polizisten wollten zu ihm, doch DDR-Grenzposten drohten mit Waffengewalt und hielten sie zurück. Von östlicher Seite half ihm niemand; mehr als eine Stunde lag er zwischen den Drahtreihen, bevor er weggebracht wurde. Wie der zeitgenössische Beobachter Sebastian Haffner schon damals hervorhob, löste erstmals ein Todesfall an der Mauer auch Proteste gegen die eigene politische Führung im Westen aus. Die DDR behauptete, die Fluchthelfer seien bewaffnet gewesen und hätten zuerst geschossen; seine Freunde versicherten, keiner von ihnen habe eine Waffe getragen. Auch damals geheime Berichte von Militär und Stasi stellen es so dar, als sei er bewaffnet gewesen und habe zuerst geschossen. Seine Biografie hält eine Fälschung oder Manipulation dieser Berichte zu Propagandazwecken für naheliegend, aber nicht beweisbar. Die Ermittlungen gegen die ehemaligen Grenzpolizisten, die ihn erschossen hatten, wurden 1996 eingestellt; zur Begründung hieß es, im Zweifel sei zu ihren Gunsten von Notwehr auszugehen.
Was die ersten Todesfälle bereits zeigten
Mehrere Muster, die die Studie beschreibt, lassen sich schon an diesen ersten Todesfällen erkennen. Wurde eine Tötung von West-Berlin aus beobachtet oder auf anderem Weg bekannt, stellte die DDR-Propaganda die Getöteten meist als „Verbrecher“ hin; die Studie nennt als Beispiele unter anderem Günter Litfin und Roland Hoff. Mehrere Familien wurden im Unklaren gelassen oder zum Schweigen verpflichtet, etwa die von Günter Litfin und Lothar Lehmann. Die Biografien zeigen außerdem, dass in West-Berlin auf viele dieser Todesfälle Proteste folgten und Mahnmale aus Holz und Stacheldraht errichtet wurden. Nach der Biografie von Roland Hoff leiteten die West-Berliner Behörden von seinem Tod an in jedem Fall Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Täter ein. Nach der Zählung der Forscher entfällt etwa die Hälfte aller 140 Todesopfer auf die ersten fünf Jahre der Mauer.
Mehrere dieser ersten Todesopfer werden in der Nähe der Orte erinnert, an denen sie starben, unter ihnen Günter Litfin am Kapelle-Ufer und Roland Hoff am Teltowkanal; siehe Gedenkorte für die Mauertoten. Fluchten durch dieselben Straßen und Gewässer, auch gelungene, dokumentiert Berlin Wall Escapes.
Fragen und Antworten
- Wer war das erste Todesopfer der Berliner Mauer?
- Ida Siekmann, eine 58-jährige Frau aus der Bernauer Straße 48. Sie sprang am 22. August 1961 aus dem Fenster ihrer Wohnung im dritten Stock und starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus, einen Tag vor ihrem 59. Geburtstag.
- Wer wurde als Erster an der Berliner Mauer erschossen?
- Günter Litfin, ein 24-jähriger Schneider aus Weißensee. Am 24. August 1961 schossen Transportpolizisten auf ihn, als er im Humboldthafen auf das West-Berliner Ufer zuschwamm. Am Kapelle-Ufer erinnert ein Gedenkstein an ihn; seine Biografie nennt ihn das erste Opfer des Schießbefehls in Berlin.
- Wie viele Menschen starben 1961 an der Berliner Mauer?
- 1961 starben zwölf Menschen an der Berliner Mauer, zwischen dem 22. August und dem 19. Dezember. Elf von ihnen waren Flüchtlinge; der zwölfte, Dieter Wohlfahrt, war ein West-Berliner Student, der anderen zur Flucht verhelfen wollte.
- War Rudolf Urban das erste Maueropfer?
- Rudolf Urban verletzte sich am 19. August 1961, drei Tage vor Ida Siekmanns Sprung, als er sich aus seiner Wohnung in der Bernauer Straße abseilte. Im West-Berliner Lazarus-Krankenhaus zog er sich eine Lungenentzündung zu und starb dort am 17. September 1961. Als erster Todesfall an der Mauer gilt Ida Siekmann, die am 22. August starb.
Quellen
- Hertle/Nooke, Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961–1989. Ergebnisse eines Forschungsprojektes (August 2017)
- Chronik der Mauer: Ida Siekmann
- Chronik der Mauer: Günter Litfin
- Chronik der Mauer: Roland Hoff
- Chronik der Mauer: Rudolf Urban
- Chronik der Mauer: Olga Segler
- Chronik der Mauer: Bernd Lünser
- Chronik der Mauer: Udo Düllick
- Chronik der Mauer: Werner Probst
- Chronik der Mauer: Lothar Lehmann
- Chronik der Mauer: Dieter Wohlfahrt
- Chronik der Mauer: Ingo Krüger
- Chronik der Mauer: Georg Feldhahn
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Zitiervorschlag
„Wer waren die ersten Todesopfer der Berliner Mauer?“, Todesopfer an der Berliner Mauer, Berlin Experiences. https://victimsofthewall.com/de/artikel/erste-todesopfer-der-berliner-mauer/
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